Skip to main content
Behandschuhte Pflegekraft reinigt Tracheostomiekanüle auf häuslichem Pflegetablett mit sterilem Zubehör bei natürlichem Fensterlicht.

Pflege. Leben. Menschen.

Was muss man bei der Trachealkanülenpflege zuhause beachten?

Bei der Trachealkanülenpflege zuhause müssen täglich mehrere Pflegeschritte zuverlässig durchgeführt werden: Dazu gehören das regelmäßige Absaugen von Sekret, die Reinigung und Kontrolle der Kanüle sowie die Einhaltung strenger Hygienestandards. Diese Versorgung erfordert eine sorgfältige Einarbeitung und klare Abläufe, damit Betroffene sicher und selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben können. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen zur häuslichen Trachealkanülenpflege.

Welche täglichen Pflegeschritte sind bei einer Trachealkanüle notwendig?

Zur täglichen Pflege einer Trachealkanüle gehören das Absaugen von Sekret, die Reinigung der Kanüle und des Tracheostomas, der Wechsel des Fixierbandes sowie die regelmäßige Befeuchtung der Atemluft. Diese Schritte sind notwendig, um Infektionen zu verhindern, die Atemwege offen zu halten und die Haut rund um das Tracheostoma gesund zu erhalten.

Das Tracheostoma, also die künstliche Öffnung in der Luftröhre, muss täglich auf Rötungen, Entzündungszeichen oder Sekretansammlungen kontrolliert werden. Die Haut um das Stoma herum wird vorsichtig gereinigt und bei Bedarf mit geeigneten Pflegeprodukten versorgt. Das Fixierband, das die Kanüle an Ort und Stelle hält, sollte täglich auf Sauberkeit und korrekten Sitz geprüft und bei Bedarf gewechselt werden.

Darüber hinaus ist die ausreichende Befeuchtung der Atemluft ein wichtiger Bestandteil der täglichen Versorgung. Da die natürliche Befeuchtungsfunktion der Nase und des Rachens durch das Tracheostoma umgangen wird, muss dies durch technische Hilfsmittel wie Wärme-Feuchtigkeits-Austauscher (HME-Filter) oder aktive Befeuchter ausgeglichen werden.

Wie wird das Absaugen bei einer Trachealkanüle richtig durchgeführt?

Das Absaugen bei einer Trachealkanüle wird mit einem sterilen Absaugkatheter und einem Absauggerät durchgeführt. Der Katheter wird vorsichtig in die Kanüle eingeführt, und Sekret wird durch sanften Unterdruck abgesaugt. Der gesamte Vorgang sollte so kurz wie möglich gehalten werden, um die Atemwege nicht unnötig zu belasten.

Vor dem Absaugen ist eine gründliche Händedesinfektion unbedingt erforderlich. Je nach ärztlicher Anweisung und individuellem Bedarf werden sterile Einmalhandschuhe und sterile Katheter verwendet. Der Katheter wird ohne Sog eingeführt, und erst beim Herausziehen wird der Unterdruck aktiviert. Dabei sollte der Katheter leicht rotiert werden, um Sekret gleichmäßig zu lösen.

Wie häufig abgesaugt werden muss, hängt von der individuellen Sekretmenge ab. Manche Betroffene benötigen das Absaugen mehrmals täglich, andere seltener. Anzeichen dafür, dass ein Absaugen notwendig ist, sind hörbares Rasseln, Unruhe des Betroffenen oder sichtbares Sekret in der Kanüle. Im Rahmen der außerklinischen Intensivpflege übernehmen spezialisierte Pflegefachkräfte diesen Schritt fachgerecht und beobachten gleichzeitig den Allgemeinzustand des Betroffenen.

Welche Hygienemaßnahmen müssen beim Umgang mit der Trachealkanüle beachtet werden?

Beim Umgang mit der Trachealkanüle gelten strenge Hygienemaßnahmen: Hände müssen vor jedem Kontakt desinfiziert werden, alle verwendeten Materialien müssen steril sein, und Einmalartikel dürfen nicht wiederverwendet werden. Ziel ist es, das Risiko einer Atemwegsinfektion, insbesondere einer Tracheitis oder Pneumonie, so gering wie möglich zu halten.

Zur korrekten Hygiene gehört auch die regelmäßige Reinigung und Desinfektion des Absauggeräts sowie aller Schläuche und Behälter. Wiederverwendbare Innenkanülen müssen nach Herstellerangaben gereinigt und desinfiziert werden. Einmalkanülen werden nach Gebrauch fachgerecht entsorgt.

Die Pflegeumgebung sollte sauber und möglichst staubarm gehalten werden. Pflegematerialien sollten geordnet und griffbereit aufbewahrt werden, um in jeder Situation schnell handeln zu können. Besuche von Personen mit Erkältungssymptomen sollten in der Nähe des Betroffenen vermieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden.

Wann muss eine Trachealkanüle gewechselt werden?

Eine Trachealkanüle wird in der Regel alle vier bis acht Wochen gewechselt, abhängig vom Kanülentyp, dem Zustand des Tracheostomas und den ärztlichen Vorgaben. Ein sofortiger Wechsel ist notwendig, wenn die Kanüle verstopft ist, sich nicht mehr absaugen lässt oder Anzeichen einer Infektion am Stoma auftreten.

Der Kanülenwechsel selbst sollte immer von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden. In der häuslichen Versorgung übernehmen dies in der Regel spezialisierte Intensivpflegefachkräfte. Vor dem Wechsel wird geprüft, ob alle notwendigen Materialien bereitliegen, darunter die neue Kanüle in der richtigen Größe, Gleitmittel, Absaugmaterial und Fixierband.

Nach dem Wechsel wird die Lage der neuen Kanüle sorgfältig kontrolliert. Dabei wird auf freie Atemwege, korrekten Sitz und eine sichere Fixierung geachtet. Betroffene und Angehörige sollten wissen, welche Anzeichen auf Komplikationen nach einem Kanülenwechsel hinweisen, und im Zweifelsfall sofort Kontakt zu einer Fachkraft aufnehmen.

Welche Notfallsituationen können bei der Trachealkanülenpflege auftreten?

Zu den häufigsten Notfallsituationen bei der Trachealkanülenpflege gehören eine verstopfte oder dislozierte Kanüle, plötzliche Atemnot, starke Blutungen am Tracheostoma sowie ein unbeabsichtigtes Herausgleiten der Kanüle. Jede dieser Situationen erfordert sofortiges Handeln und, wenn nötig, den Notruf unter 112.

Wenn die Kanüle verstopft ist und sich nicht freisaugen lässt, muss sie sofort gewechselt werden. Dafür sollte immer eine Ersatzkanüle in der richtigen Größe griffbereit sein. Ist die Kanüle herausgefallen und kann nicht sofort ersetzt werden, muss das Tracheostoma abgedeckt und der Rettungsdienst verständigt werden.

Angehörige und betreuende Personen sollten regelmäßig an Notfallübungen teilnehmen, um in Stresssituationen handlungsfähig zu bleiben. Klare Notfallpläne, die sichtbar im Pflegebereich aufgehängt sind, helfen dabei, in einer Ausnahmesituation die richtigen Schritte zu befolgen. Auch die Notfallnummern des betreuenden Pflegedienstes sollten immer leicht zugänglich sein.

Wie werden Angehörige auf die Trachealkanülenpflege vorbereitet?

Angehörige werden auf die Trachealkanülenpflege durch strukturierte Schulungen vorbereitet, die von spezialisierten Pflegefachkräften oder in Kooperation mit dem behandelnden Krankenhaus durchgeführt werden. Die Schulung umfasst praktische Übungen zu Absaugtechniken, Kanülenpflege, Hygienemaßnahmen und dem Umgang mit Notfallsituationen.

Eine gute Vorbereitung beginnt idealerweise bereits vor der Entlassung aus dem Krankenhaus. Im Rahmen der Überleitung in die häusliche Versorgung sollten Angehörige ausreichend Zeit und Gelegenheit erhalten, alle Pflegeschritte unter fachlicher Anleitung zu üben. Schriftliche Pflegepläne und Anleitungen erleichtern es, die erlernten Abläufe zuhause sicher umzusetzen.

Auch nach der Entlassung ist eine kontinuierliche Begleitung durch einen erfahrenen Pflegedienst wichtig. Fragen entstehen oft erst im Alltag, wenn Angehörige die Pflege erstmals allein übernehmen. Regelmäßige Hausbesuche durch Fachkräfte, telefonische Erreichbarkeit und eine offene Kommunikation geben Sicherheit und helfen dabei, Unsicherheiten schnell zu klären. Wer sich über die Möglichkeiten der Unterstützung informieren möchte, findet bei einer professionellen Pflegeberatung erste Orientierung.

Wie die PH Care Group bei der Trachealkanülenpflege unterstützt

Die Trachealkanülenpflege zuhause stellt hohe Anforderungen an Betroffene, Angehörige und das betreuende Fachpersonal. Die PH Care Group GmbH unterstützt Sie dabei mit spezialisiertem Wissen, erfahrenen Pflegefachkräften und einem verlässlichen Versorgungskonzept, das auf die individuellen Bedürfnisse jedes Betroffenen abgestimmt ist.

Konkret kann die PH Care Group GmbH in folgenden Bereichen unterstützen:

  • Fachgerechte Durchführung aller Pflegeschritte, einschließlich Absaugen, Kanülenpflege und Stomapflege, durch spezialisierte Intensivpflegefachkräfte
  • Schulung und Begleitung von Angehörigen, damit Sie sich im Umgang mit der Trachealkanüle sicher fühlen und im Notfall richtig handeln können
  • Überleitung aus dem Krankenhaus in die häusliche Intensivpflege, einschließlich Koordination mit behandelnden Ärzten und Kliniken
  • Rund-um-die-Uhr-Versorgung im eigenen Zuhause oder in einer unserer betreuten Intensivpflege-Wohngemeinschaften
  • Individuelle Pflegeberatung zu Pflegegraden, Leistungsansprüchen und der Organisation der häuslichen Versorgung

Wenn Sie Fragen zur Trachealkanülenpflege haben oder eine spezialisierte Versorgung für sich oder einen Angehörigen suchen, stehen wir Ihnen gerne für ein persönliches Beratungsgespräch zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, damit wir gemeinsam die passende Lösung für Ihre Situation finden.